Amalgam

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Amalgam ist ein langlebiges Füllmaterial, das seit Jahrzehnten in der Zahnmedizin verwendet wird. Es eignet sich besonders für stark beanspruchte Zähne. In unserem Glossar erfahren Sie, wie Amalgam funktioniert, wann es eingesetzt wird und welche Alternativen bestehen. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über Amalgam.

Amalgam

Amalgam ist eines der bekanntesten Zahnfüllmaterialien weltweit. Viele Patientinnen und Patienten kennen es als silberglänzende Füllung, die besonders bei stark belasteten Backenzähnen eingesetzt wird. Seit 2025 ist die Verwendung von Amalgam in der EU verboten – neue Füllungen dürfen nicht mehr gelegt werden. Lange Zeit spielte Amalgam eine wichtige Rolle in der zahnmedizinischen Versorgung, auch wenn heute zunehmend moderne Alternativen verwendet werden.

Was ist Amalgam?

Amalgam ist eine Legierung aus verschiedenen Metallen, hauptsächlich aus Quecksilber, Silber, Zinn und Kupfer. Durch die Kombination dieser Metalle entsteht ein robustes und langlebiges Füllmaterial, das den Kaukräften in Backenzähnen besonders gut standhält. Die Verarbeitung erfolgt direkt in der Zahnfüllung, wodurch eine präzise Anpassung an die Zahnform möglich ist.

Wann und warum wird Amalgam in der Zahnmedizin eingesetzt?

Amalgam wird hauptsächlich für die Versorgung von kariösen Zähnen verwendet, die starkem Kaudruck ausgesetzt sind. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Backenzähne (Molaren), die hohe Belastungen tragen
  • Zähne mit großen Defekten, die Stabilität benötigen
  • Situationen, in denen langfristige Haltbarkeit besonders wichtig ist

Amalgam überzeugt durch seine hohe Festigkeit, Langlebigkeit und geringe Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit während der Verarbeitung. Deshalb ist es in bestimmten Fällen nach wie vor die bevorzugte Wahl.

Amalgam Ablauf,  Behandlung und Anwendung

Die Behandlung mit Amalgam erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Vorbereitung des Zahns: Entfernung von Karies und gründliche Reinigung der Zahnhohlräume.
  2. Anpassung des Zahnraums: Der Zahn wird so präpariert, dass die Füllung optimal haftet.
  3. Einbringen der Amalgamfüllung: Das Amalgam wird angemischt und direkt in den Zahn eingebracht.
  4. Formung und Politur: Die Füllung wird geformt, an die Kaufläche angepasst und anschließend poliert, um eine glatte Oberfläche zu gewährleisten.

Die gesamte Behandlung ist in der Regel schmerzfrei, da eine örtliche Betäubung eingesetzt wird.

Vorteile und Nutzen für Patientinnen und Patienten

Amalgam bietet zahlreiche Vorteile:

  • Langlebig: Hält oft 10–15 Jahre oder länger
  • Stabil: Widersteht hohen Kaubelastungen, ideal für Backenzähne
  • Kosteneffizient: Relativ preiswert im Vergleich zu Kunststoff- oder Keramikfüllungen
  • Zuverlässig: Weniger anfällig für Sekundärkaries, wenn korrekt eingesetzt

Mögliche Risiken, Nebenwirkungen oder Alternativen

Amalgam enthält Quecksilber, was in manchen Medien zu Bedenken führt. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass bei korrekt gesetzten Füllungen keine gesundheitlichen Risiken für Erwachsene bestehen. Dennoch gibt es Alternativen:

  • Komposit (Kunststofffüllungen): Ästhetisch ansprechend, weniger langlebig bei stark belasteten Zähnen
  • Keramikfüllungen: Sehr langlebig, optisch unauffällig, teurer
  • Goldinlays: Extrem langlebig, aber kostenintensiv

Patientinnen und Patienten mit Allergien gegen Metalle oder spezifischen gesundheitlichen Risikofaktoren sollten die Verwendung von Amalgam individuell mit ihrer Zahnärztin besprechen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Amalgam

1. Ist Amalgam gesundheitsschädlich?
Bei korrekt gesetzten Füllungen gilt Amalgam als sicher für Erwachsene. Allergien gegen Metalle sind sehr selten.

2. Wie lange hält eine Amalgamfüllung?
Amalgamfüllungen können 10–15 Jahre oder länger halten, je nach Pflege und Belastung.

3. Gibt es optisch unauffälligere Alternativen?
Ja, Komposit- und Keramikfüllungen sind zahnfarben und ästhetisch unauffällig.

4. Tut das Setzen einer Amalgamfüllung weh?
Nein, die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass sie schmerzfrei ist.

5. Kann Amalgam bei Kindern eingesetzt werden?
Heutzutage wird Amalgam bei Kindern seltener verwendet; hier kommen meist Kompositfüllungen zum Einsatz.

6. Sollte ich alte Amalgamfüllungen austauschen lassen?
Nur wenn sie beschädigt oder undicht sind. Ein routinemäßiger Austausch ist nicht erforderlich.

Persönliche BeratungHinweis: Für persönliche Fragen oder individuelle Beratung rund um Amalgam und alternative Füllmaterialien stehen wir Ihnen in unserer Praxis am Schottenring gerne zur Verfügung.

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